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Sonntag, 27. November 2016

Målerås Glasbruk wohin gehst Du?

Diese Frage wird schon seit einiger Zeit im schwedischen Glasreich kontrovers diskutiert und heutiges eigenes Erlebnis gibt Anlass dieser Frage an dieser Stelle nachzugehen. Verbindet uns doch so einiges. Immerhin waren wir einmal wenn auch nur für kurze Zeit Måleråser. Dies genau in dem Jahr als es im Målerås Glasbruk welcher bis dahin eher unter dem Namen Mats Jonasson Målerås bekannt war einschneidende Änderungen gab.

Noch im Herbst 2012 feierten die Måleråser im Målerås Glasbruk ein zünftiges Oktoberfest was auf Anregung und reger Mitwirkung deutscher Auswanderer so stilecht wie irgend möglich organisiert wurde. Selbst das richtige Bier aus München wurde sehr zur Freude der Anwesenden kredenzt und die Organisatoren hatten nur noch ein einziges Problem: Es waren zu wenig Stühle vorhanden!

Wenige Wochen davor übernahm im Sommer 2012 Eva-Maria Hagström die Geschäftsführung des Målerås Glasbruk und Mats Jonasson ging in den wohl verdienten Ruhestand. Von da an wurde es mehr und mehr ruhiger um den Målerås Glasbruk und geschäftliche Kontakte schliefen ein. Natürlich verfolgten wir die Entwicklung ungeachtet dessen weiter in Målerås. Haben wir doch dorthin auch diverse private Kontakte.


Nachdenklich machte uns dann schon am 19.11.2016 die Bemerkung von Eva-Maria Hagström im Rahmen einer Veranstaltung in Boda, wir berichteten, dass sich zukünftig der Målerås Glasbruk mehr oder weniger auf individuelle Einzelanfertigungen konzentrieren wird und nicht mehr die bisher gewohnte Produktion diverser Gläser. 

Doch sehr baff nahm der Autor dieses Post dann heute zur Kenntnis, dass der Målerås Glasbruk nun einen Teil seiner Produkte mehr oder weniger verramscht. Neben den hier sichtbaren 70% Rabatt, die man nur noch als unseriös bezeichnen kann, lockte der Werksverkauf heute mit einem generellen Rabatt von 20% auf alle Produkte. Davon ausgenommen die Produkte, die schon zu 70% rabattiert waren. 


Warum der Autor dies als unseriös bezeichnet, erklärt sich recht einfach: 

Erstens hat dies der Künstler, in diesem Falle Ludvig Löfgren nicht verdient. Ist es doch seine schöpferische Arbeit, die sich in den Glasskulpturen widerspiegelt. 

Zweitens ist es gegenüber den Händlern, die Produkte des Målerås Glasbruk handeln unfair. Denn bei 70% Rabatt liegt der Händlereinkaufspreis weit darüber. Uns hat bspw. niemand über diese Rabattaktion informiert. Daraus folgt, dass der Händler sein Gesicht verliert.

Last not least ist es natürlich auch gegenüber den Kunden unfair. Da wird sich sehr sicher so mancher Tourist genauso verschaukelt kommen, der im Sommer letzten Jahres in Målerås einkaufte, wie derjenige, der gerade im online Handel den vollen Listenpreis bezahlte.

So ist momentan sehr schwer zu sagen, wohin sich der Målerås Glasbruk entwickeln wird. Es wäre wirklich Jammer schade, wenn ihm gleiches Schicksal beschieden sein sollte wie den nun ehemaligen Glaswerken in Åfors, Boda und Orrefors die einst alle zur Orrefors Kosta Boda AB gehörten, in deren Management Eva-Maria Hagström bis 2012 eine Schlüsselrolle inne hatte.

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