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Das dänische Sturmglas?

Was ist das dänische Sturmglas?


Das dänische Sturmglas wurde von dem Dänen Stig Larsen 1982 entwickelt und durch das dänische Unternehmen Erik Sandahl Sörensen vertrieben.


Stig Larsens heute weltweit als E.S. Sörensen bekanntes Sturmglas basiert auf dem von Admiral Robert Fitzroy (1805 - 1865) genutzten Sturmglas, welches auch als Fitzroy Sturmglas bekannt ist. Fitzroy war Kapitän des Schiffes Beagle, auf dem ein gewisser Charles Darwin (1809 - 1882) reiste. Er baute nach seiner Reise ein auf Sturmgläsern basiertes Messnetz auf den Britischen Inseln auf, welches er in Verbindung mit damals hoch modernen Morse Telegrafen für die Vorhersage von Sturm und Wind nutzte. In Anerkennung seiner phänomenalen diesbezüglichen Leistungen wurde Admiral Fitzroy 1854 zum Meteorologen ernannt und gilt damit als erster Meteorologe weltweit wie Begründer der Meteorologie, der Wetterkunde.

Erfand Admiral Fitzroy das Sturmglas?

Definitiv nein! Schon weit vor Fitzroy war in Europa bekannt, dass in Lippenblütlern wie bspw. dem Löwenzahn oder Bohnenkraut enthaltener Kampfer, auch unter der Schreibweise Campher bekannt, in Flüssigkeit gemeinsam mit etwas Alkohol gelöst auf Wind und Wetter in Form verschiedener Kristallisierung reagiert. Bis weit in das Mittelalter hinein ist zweifelsfrei belegt, dass damals schon Sturmgläser genutzt wurden, die oft auch als Wetterglas bezeichnet werden.

Was sagt das dänische Sturmglas nun voraus?

Das dänische Sturmglas sagt wie der Name es schon sagt, in erster Linie Sturm bzw. Wind voraus. Beides sind Wettererscheinungen die nicht zwingend immer etwas mit der Jahreszeit wie der Temperatur zu tun haben. Wind und Sturm entstehen immer dann, wenn sich ein Hochdruck- und ein Tiefdruckgebiet gegenüber stehen und so die Luft von dem Gebiet mit höherem Luftdruck in das Gebiet mit niederem Druck strömt. Ein Effekt, den jeder zu Hause mit einem aufgeblasenen Luftballon nach vollziehen kann. In dem Moment wo man die Luft aus dem Ballon lässt, entweicht sie mit hoher Geschwindigkeit in Form eines leichten Windes in das den Ballon umgebende Gebiet, welches einen geringeren Luftdruck hat.

Funktioniert das dänische Sturmglas wirklich?

Definitiv ja! Bis zur Dissertation von Frau Paulina Dolores Kaempfe am Institut für anorganische Chemie der Universität Duisburg-Essen im Jahr 2011 stand dies auch ausser Frage. Unter Bezug auf besagte Dissertation war am 22.10.2014 unter der URL  http://de.wikipedia.org/wiki/Sturmglas zu lesen: "Die Chemiker der Universität Duisburg-Essen beobachteten die Kristalle in einem nach ihren Analysen (siehe oben) hergestellten und in einem Gebäude...Mit keiner der Wettergrößen wurde eine Korrelation gefunden." Diese Aussage ist falsch!

Warum ist die Wikipedia Aussage falsch?

Aus drei Gründen:

1.) Mängel in wissenschaftlicher Arbeit!

Die von Frau Pauline Dolores Kaempfe gewählte Methode widerspricht üblicher wissenschaftlicher Arbeit.  Sie spricht in ihrer Dissertation immer nur von einem Sturmglas. Obendrein untersuchte sie dessen Reaktionen nur an einem Aufstellort. Übliche wissenschaftliche Praxis geht immer davon aus, dass dann ein Ergebnis als gesichert gilt, wenn mehrere baugleiche Geräte gleiche Reaktion bei gleichen Ausgangsbedingungen zeigen. Aber vielleicht war ihr einfach ein zweites Sturmglas zu teuer?

2.) Falsche Fachrichtung!

Das dänische Sturmglas wurde von Chemikern der Fachrichtung der anorganischen Chemie untersucht. Richtiger Kampfer ist aber ein reines Naturprodukt und fällt damit unter die organische Chemie. Letztere folgt ganz ganz anderen Gesetzmässigkeiten als die anorganische Chemie. Weiterhin ist das Thema Sturmglas eben doch eher etwas für studierte Meteorologen denn Chemiker. Ich schreibe ja auch keine Artikel über die chemische Reaktion von Wasser mit Luft :-)

3.) Ungeprüfte Veröffentlichung auf Wikipedia!

Last not least zeigt sich an diesem unscheinbaren Beispiel eines der Grundübel der Wikipedia. In Wikipedia kann jeder vollkommen ungeprüft publizieren, was er möchte. Die berühmt berüchtigte Schwarmintelligenz bleibt eben doch nur ein Fetisch. Ein Heringsschwarm wird ja schließlich auch nicht dadurch intelligenter, dass er gemeinsam durch die Meere zieht. Er ist aber immer auf Grund seiner Grösse als Schwarm ein ideales Fressobjekt.

Was ist ein zweckmässiger Aufstellort?

Ein zweckmässiger Aufstellort für ein dänisches Sturmglas ist immer im Freien ohne direkte Sonneneinstrahlung. Dies erklärt, warum Frau Paulina Dolores Kaempfe genau die Werte erlangte, die sie in ihrer Dissertation beschrieb. Sie betrieb das Sturmglas im Büro, keinerlei Aussage treffend, welche ggf. vorhandenen elektromagnetischen Felder bspw. in Form eines WLAN in der Nähe waren.


Da das Sturmglas auf elektromagnetische Strahlung, konkret das Magnetfeld der Erde reagiert, hat natürlich jeder elektromagnetische Strahler Einfluss auf dessen Reaktion. Sie sehen hier ein zu Versuchszwecken auf einen WLAN Router gestelltes dänisches Sturmglas. Wie sie sehen, sehen Sie nichts. Es zeigt keinerlei Kristallisation. Gleiches ist bezüglich Stahlbetonwänden zu vermelden, die bekanntlich einen Faradayschen Käfig bilden. 

Wenn also Frau Paulina Dolores Kaempfe in ihre Dissertation keinerlei Reaktion vermeldet ist das sogar gut! Sie bestätigt, dass es in ihrem Büro nie stürmte :-)

Wie Temperatur beständig ist das dänische Sturmglas?


Wir beschäftigen uns seit Anfang des Jahres 2008 mit dem dänischen Sturmglas und führten seitdem diverse Tests durch. Sie sehen hier ein im Langzeittest im Freien betriebenes dänisches Sturmglas. Am 18.12.2010 gelang uns am Morgen um 06:30 dieser Schnappschuss. Das dänische Sturmglas versah bei Temperaturen von minus 13 Grad zuverlässig seinen Dienst. Wir gehen davon aus, dass es nachts vielleicht noch kälter war. Wir fanden leider niemanden, der in dieser Nacht vor die Tür wollte :-)

Seit mehreren Jahren betreiben wir im schwedischen Orrefors einen Dauertest. Sie sehen hier Bilder eines dieser dänischen Sturmgläser, die sich seit Jahren im Freien befinden.
 


Sie sehen Tatsache aus wie neu! Möglich machen dies robuste Materialien in Form von Messing und Edelstahl. Beide Werkstoffe sind ein Garant für Langlebigkeit.

Wie funktioniert nun ein dänisches Sturmglas?

Der in einem dänischen Sturmglas enthaltene Kampfer reagiert auf elektromagnetische Felder. Je nach Stärke dieses Einflusses bilden sich Kristalle oder auch nicht. Man kann diese Reaktion nicht ausschalten wie eine Lampe. Sie ist immer vorhanden und zeigt sich unter Einfluss eines WLAN Routers wie bereits beschrieben in Form der dann in sich zusammen fallenden Kristalle.

Nun muss man nur noch wissen, dass unsere Erde von einem Magnetfeld umgeben ist, es dem folgend Feldlinien zwischen Nord- und Südpol gibt und jeder sich in diesem Magnetfeld vorhandene Körper die Dichte besagter Feldlinien ändert. Es entsteht dieses Bild:
Dem folgend haben auch die Wolken Einfluss auf die Dichte der Feldlinien. Dies zeigt sich dieser Art:


Daraus folgt, dass bei einem heran ziehenden Sturm die Feldlinien weit vor dem Sturm dichter sind, während sie bei schönem Wetter nicht so dicht sind. Auf diesen auch sferics genannten Effekt reagieren die Kristalle eines dänischen Sturmglases. Daraus folgt wiederum:

Die Qualität der Mischung ist wichtig!

Seit etwa 2010 wurde das dänische Sturmglas mehrfach kopiert und zu Dumping Preisen zu Deutsch gesagt verhökert. Diese Dumping Preise waren nur realisierbar, weil mit minderwertige Mischungen abgefüllt wurden, die dann natürlich kein Ergebnis zeigen.

Hat nämlich die Mischung nicht die richtige Zusammensetzung kann das Sturmglas nicht funktionieren. Deshalb legt der heutige Hersteller der dänischen Sturmgläser, das Unternehmen Delite aus Malöv nahe Kopenhagen sehr viel Wert darauf, dass die Mischung richtig ist. Wir hatten bspw. im Verlauf des Jahres 2018 zeitweise einen kleinen Engpass, weil die Mischung falsch war und deshalb Delite erst wieder Sturmgläser frei gab, als die Mischung wieder richtig war. Deshalb gilt auch hier:

Nur Original ist wirklich Original!

Ein von wem auch immer wo auch immer hergestelltes Sturmglas zu einem Preis von 20 Euro oder gar darunter kann gar nicht die hohe Qualität haben, wie ein dänisches Sturmglas. Das was in allen anderen Bereichen des Lebens gilt, dies gilt auch bezüglich des dänischen Sturmglases und damit zu einer letzten Frage:

Wie ist Frau Kaempfes Dissertation einzuschätzen?

Vorab: Wir kennen Frau Kaempfe nicht! Wir kennen auch die Uni Duisburg-Essen nicht! Nicht nur der Autor dieses Beitrages staunte, als er erfuhr, dass an einem Institut für anorganische Chemie eine Dissertation über ein Sturmglas vorgelegt wurde und dies anschliessend gar in der deutschen Wikipedia vermutlich ungeprüft Verbreitung fand, während in der englischsprachigen und russischsprachigen Wikipedia etwas ganz anderes stand.

Das Sturmglas hat nämlich mit anorganischer Chemie nicht so sehr viel zu tun. Kampfer bzw. Campher ist von Haus aus ein organisches Material und damit der organischen Chemie zugehörig. Diese folgt bekanntlich ganz anderen Gesetzen als die anorganische Chemie. Auch wäre dieses Thema viel viel besser an einem Institut für Meteorologie aufgehoben gewesen.




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